embassyextravaganza from richard giesemann on Vimeo.

Handout zur Ausstellung:

DAS KOCHBUCH ZUR AUSSTELLUNG  by Anne-Sophie Wass :     EE_Kochbuch_sw

Teilnehmende KünstlerInnen:

Alessa Esteban, Helmut und Johanna Kandl, Karl Kilian, kilmor, Lucia Morandini,

Georgij Melnikov, Dragan Mihajlovic, Katharina Oder, Philip Müller, Nicole Prutsch,

Kevin A. Rausch, Gert Resinger, Jakob Schieche, Toni Schmale, Cynthia Schwertsik,

Sebastian Vonderau, Anne-Sophie Wass

Vernissage  am 18.Oktober 2011  19.00

Ausstellungsdauer von 19. bis 28.Oktober 2011

Finissage am 28.Oktober 2011 ab 16.00

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Gastkommentar _ no.1

I.B.

Extravaganz wird definiert als  etwas, was aus dem Rahmen des Üblichen herausfällt, Ausgefallenheit, Überspanntheit, Verstiegenheit.

Anne Sophie Wass hat eine Botschaft gebaut. Eine Botschaft der Überspannten, die Botschaft eines Landes in dem wir alle längst Staatsbürger sind. Nun lädt uns die Kuratorin ein nach Hause zu kommen auf ein kleines Stück Land das aus dem Rahmen fällt im 17. Wiener Gemeindebezirk.

Dabei geht es nicht darum die Besucher mit dem Vorschlaghammer auf Abgründe oder Hochgefühle hinzuweisen sondern um ein subtiles Aufladen, ein Bewusstmachen von Emotionen, die aus den Werken selbst, der Kombination der Werke untereinander und der antineutralen Inszenierung im Raum entstehen und eine völlig neue Gewichtung kriegen.

Die mitwirkenden Künstler beschäftigen sich mit verschiedensten Themenschwerpunkten und Genres. Dennoch unterhalten sie eine Beziehung zueinander oder vielleicht mehr eine Kommunikation.

In der Embassy Extravaganze werden Kunstwerke gezeigt bei denen der emotionale Horizont nicht durch Farbe, Leinwand, Papier oder Stoff begrenzt ist. Die Gefühle entstehen ein paar Zentimenter hinter den Leinwänden genau wie in den Leerräumen zwischen den Kunstwerken und im Licht und Dunkel der Gesamtkonzeption. Alles mischt sich im Betrachter und entwickelt sich zu etwas Neuem. Es bleibt den Besuchern der Embassy Extravaganza selbst überlassen wie viel des emotionalen Potentials der Ausstellung er in sich aufnimmt oder zulässt. Die Grenze nach oben bleibt offen.

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Gatkommentar _ no.2

Extravaganza.

Wahrscheinlich ein Welthit, von Jamie Foxx und Kanye West. Krass aus dem Englischen interpretiert, von Nikolaus Hanzo.

Letzte Nacht war ich mit meinen Jungs am Start. Vom Alleinsein total geschafft, wollten wir einfach nur das Leben feiern. Trotz des Feierabends bringen mich all diese Höhen und Tiefen durcheinander. Deswegen bitte ich dieses 90-60-90-Luder zum Tanz. Spätestens jetzt wird jede Platte zu meiner Lieblingsnummer. Meine Gedanken verschwimmen und ich weiß nur, dass ich mehr als einen zu viel hatte und plötzlich in der Embassy war. Mit diesem kleinen, hübschen Ding aus Memphis, Tennessee. Und dann erwachte ich von einer ereignisreichen Nacht. Das Babe immer noch neben mir. Überall liegen Schuhe und Kleider wild durcheinander. Alles auf einem Haufen! Verdammt, total verkatert ziehe ich mir was über und rufe ein Taxi. Wie soll ich es umschreiben? Vollkommen zu, ging ich zur Embassy. Ich machte einen auf dickschuh! Mit diesem kleinen, hübschen Ding aus Memphis, Tennessee. Es war wohl eine One-Night-Extravaganza! Ja eine Extravaganza war das, so eine Richtige! Und ich weiß noch, ich bin an der Bar und neben mir steht Angelina. Wohl wissend, dass ich mir die Schnecke nicht leisten kann, war es Zeit für meinen Ich-bin-Pleite-Trick. Eine Flasche kaufen, langsam nippen, oder nichts wie weg! Macht es wie ich sage! Denn nur mit dem nötigen Schotter kannst du dir mehr als ein Fischstäbchen leisten! Dann steht nur noch Hummer am Speisplan! Erzähl ihr von deinem Oscar oder vom goldenen Grammie! Nimm deine Scheine und wedle damit herum. Dann kriegst du auch Angelina. Bei ihr machst du den Anfang. Das weckt einen netten Eindruck. Ihre Freundinnen kriegen das natürlich auch mit. Alle wollen nur dich! Doch du! Du nimmst nicht was du kriegen kannst: Du nimmst nur das kleine, hübsche Ding aus Memphis, Tennessee. Doch die Wahrheit sieht anders aus. Schlussendlich war es nämlich mehr als nur eine One-Night-Extravaganza. In Wirklichkeit warst du auf einem geheimen Pfad unterwegs! Dort hast du gedankenverloren ein gutes Stück zurückgelegt. Und als du glaubtest, dass die Reise niemals endet, hast du plötzlich das Dunkel durchbrochen und standest im Licht. Geblendet von ihrer Schönheit warst du wie paralysiert und konntest keinen Schritt weitergehen. Da stand sie nun vor dir, die Liebe deines Lebens!

Thelemangasse 4, 1170 Wien

http://mmooee.org/

Die ehemalige Metallwarenfabrik Morton, in der ab 1888 Orden und Medaillen für die K. u. K. Monarchie hergestellt wurden, ist seit Mai 2010 unter der Obhut des Kollektivs mo.ë.

Die Geschichte des Hauses – nach der Arisierung des jüdischen Familienbetriebs wurden in der Kriegszeit Embleme der Nationalsozialisten hergestellt – nahm nach der Restitution noch einen Umweg über die Produktion von unter anderem Gürtelschnallen für Bundesheer, Sanitäter und Feuerwehr bevor das Areal für 5 Jahre leer stehen sollte.

Die verwinkelte 1000qm umfassende Fläche glich zunächst einer heruntergekommenen, verlassenen Bruchbude als die Räumlichkeiten im Winter 2009/10 von Gründungsmitgliedern des heute 20 Personen umfassenden Vereins picapica, wieder entdeckt wurden.

Die Thelemangasse, zwischen Yppenplatz und Lerchenfelder Gürtel gelegen, ist auch Schauplatz des Romans “Die Ewigkeitsgasse” von Fredrik Morton, dessen Urgroßvater Bernhard Mandelbaum das Fabriksgebäude und zwei der angrenzenden Gebäude bis zur Vertreibung durch die Nationalsozialisten besessen hatte.

So beherbergt mo.ë heute sechs Ateliers, verschiedene Werkstätten, eine Bibliothek und demnächst einen Proberaum, sowie eine Druckwerkstätte und ein Café.

In den letzten 12 Monaten wurden eine Vielzahl an Ausstellungen, (Puppen-) Theaterproduktionen, Konzerten, Preisvergaben, Workshops, Filmdrehs, Lesungen, Vorträgen, Buchpräsentationen und sogar eine Robotikmesse et alteri verwirklicht. Die Kolaborationen mit Menschen, die den Raum neu für sich entdecken, ausloten und interpretieren stellte sich hier als äußerst fruchtbar für das schlussendlich Präsentierte heraus. In diesem Sinne arbeitet mo.ë mit seinen Partnern auch intensiv an neuen Herangehensweisen den sich rasant verändernden Makro- und Mikrokosmos Welt/Österreich/Wien/Hernals zu verinnerlichen und hinterfragen.

Transdisziplinär denken und agieren die mo.ës auch durch das Schaffen von neuen oder wieder aufgegriffenen Betrachtungsweisen von Kunst und Kultur. Ohne Berührungsangst, einerseits mit autodidaktischem Mut, andererseits mit der Professionalität einer inhomogenen Kerngruppe Ideen von außen wie innen zu verwirklichen, ist eines der Hauptziele von mo.ë.

Mit wachem Auge auf gesellschafts- und weltpolitische, ökologische, philosophische, pädagogische und somit die Kultur im Allgemeinen betreffende Tendenzen und Problemstellungen zu reagieren bildet den Grundstock für mo.ë.

so kann mo.ë viele Bedeutungen haben, die einem frei stehen weiterzuentwickeln –

m.y o.wn e.xile

m.anchmal o.hne e.insicht

m.ädels o.rganisiert e.uch

m.ein o.nkel e.lvis

m.ore o.f e.verything



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